Monatslosung - meditation und wege

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Monatslosung

Zur biblischen Monatslosung Mai 2022

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit,
so wie es deiner Seele wohlergeht.


3. Brief unter dem Pseudonym Johannes,Vers 2, Bibel.

Im Mittelpunkt des Wohlergehens steht hier nicht der Körper, sondern, daß es der Seele wohlergeht. Damit es der Seele des Angeschriebenen gut geht, wünscht der Briefschreiber, weil es dann auch den anderen Dimensionen dessen Ich gut geht.
Gesundheit ist dabei Eines. Worum es sich im spirituellen Sinne aber handelt, welcher durch das Wort “Seele” angesprochen wird, ist mehr als “nur” Gesundheit. Es geht um Heil. Heil bedeutet Ganzsein, auch nicht nur zum Beispiel psychisch gesund sein im Sinne der Psychotherapie, sondern reif im spirituellen Sinn. Das bedeutet nicht nur ein starkes beziehungs- und arbeitsfähiges Ich entwickelt zu haben, sondern geworden zu sein wie wir eigentlich im Innersten gemeint sind. Das ist wahres Wohlergehen. In diesem Sinne kann es mir auf höherer Ebene gut gehen, auch wenn ich zum Beispiel körperlich leide. Zum Beispiel kann das der Fall sein, wenn ich in meinem Leben oder sogar in meinem Leiden einen Sinn zu sehen fähig bin. Der Psychologe Viktor E. Frankl hat entdeckt, daß im KZ während der Nazizeit sogar eher Menschen überlebt haben, die einen Sinn in ihrem Leben gesehen haben, als solche mit einer festen körperlichen Konstitution, aber ohne seelische Stärke, aufgrund Glaubens an einen Sinn in ihrem Leben trotz der schlimmen Situation im Lager. Nichts macht uns also innerlich und dann auch äußerlich so stark wie die Fähigkeit, dem Leben in allen Situationen einen Sinn zu geben oder an den Sinn des Lebens zu glauben. Und wenn da kein Sinn zu sein scheint, können folgende Fragen immer dazu hinführen einen Sinn zu finden:
Wer Besonderer/Einmaliger bin ich durch mein schlimmes Schicksal geworden?
Was ist mir durch mein Schicksal zugewachsen, was ich anders nicht gelernt hätte?
Was kann ich dadurch in die Welt bringen?
Was ist meine Aufgabe in der Welt, die mir mein Schicksal stellt?
Oder wie kann oder soll ich das Göttliche in der Annahme meines Schicksals für andere verkörpern?
Ich wünsche jedem von uns, daß er seinem Leben einen Sinn geben kann und außerdem ganz er selbst zu werden, heil, ganz, also alle Aspekte seines Lebens anzunehmen, auch die, die wir bisher an uns abgelehnt haben oder nie ausleben durften, gute, aber auch angeblich “schlechte” Seiten. Denn nur, wenn wir alles in uns erkennen und zulassen, ohne es zu bewerten, können wir ganz, also heil werden, weil wir dann nicht mehr gegen Aspekte unserer Person oder diese Aspekte in anderen Menschen ankämpfen. Das setzt eine Menge Selbstheilungskraft frei. Wenn unsere Seele dann ganz und heil wird, kann sich die dabei freiwerdende Energie auch positiv auf unsere körperliche Gesundheit auswirken. Ganz und heil zu sein anstatt Teile von uns unterdrücken zu müssen, setzt auch körperliche Selbstheilungskräfte frei und macht gesund. Insofern ist jedem eine heile, ganz gewordene Seele zu wünschen, da dies ungemein gesundheitsförderlich ist. Umgekehrt fördert freilich auch ein im Gleichgewicht befindlicher Körper eine heile Seele. “Gesundheit ist das Schweigen der Organe”, hat mal jemand gesagt. Heilsein ist das Schweigen der Seele, die innere Ruhe, die alles integriert und nichts verdrängt, die alles an sich wahr-nimmt, aber sich auch von nichts fremdbestimmen läßt - die Grundanweisung der Stillemeditation.

 
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